Von Freiburg nach Bad Krozingen und zurück

von Sven Lennartz am 23. Mai 2010

Das Städtchen Bad Krozingen liegt im Markgräflerland, unweit von Staufen. Der Weg führte die Basler Landstraße entlang nach St. Georgen und durch die Orte Leutersberg, Wolfenweiler, Schallstadt und Norsingen. Empfehlenswert ist das nicht. Es gibt zwar einen soliden Radweg, doch in den Orten wird es oft eng. Hier nimmt der Verkehr überhand und man hat keinen Spaß – auch nicht am Fotografieren. Unzählige Plakate und Schilder von den Anwohnern an ihren Häusern angebracht bezeugen den Protest dagegen.

Teils prächtig herausgeputzte Gasthäuser gibt es in jedem Ort. Sie heißen meist Löwen, Adler, Bären oder Ochsen…

breisgau-gasthausDer “Ochse” in Wolfenweiler

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Kirchturm in Norsingen

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Zwischen Norsingen und Offnadingen auf der ruhigen Friedhofstraße

Bad Krozingen ist ein Kurort mit Thermalquellen, erholungsuchenden Senioren und einer Menge Grün. Der Ort ist modern geprägt und war für mich nicht interessant. Durch Bad Krozingen läuft der Fluss Neumagen.

Für den Rückweg habe ich eine andere Route gewählt, die mich über Biengen im Norden, Mengen und Tiengen zurück nach Freiburg führte.

badkrozingen-biengenWeg und Straße zwischen Bad Krozingen und Biengen

Biengen ist ein eingemeindeter Stadtteil von Bad Krozingen, allerdings von diesem mehrere Kilometer entfernt. Am Ortsausgang in Richtung Mengen, der nächsten Ortschaft sieht man ein bulliges Gebäude. Es handelt sich um ein ummauertes Schloss aus dem 16. Jahrhundert – oberhalb davon befindet sich die Kirche St. Leodegar – sie wurde 1730 erbaut.

biengen-schlossstrasseSchloss und Aufstieg zum Schlossberg

biengen-schlossDer Eingangsbereich des Schlosses

Auf der Rückseite der kleinen Kirche stehen Bänke, man kann dort im Schatten sitzen und von erhöhter Position aus auf das Markgräflerland schauen. Man hört die nahe Autobahn A5, hat ansonsten aber seinen Frieden. Es gibt ein Bewegtbild.

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Ein Blick ins Markgräflerland

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Und noch ein Blick ins Markgräflerland

Verlässt man Biengen in Richtung Mengen gibt es ein Problem. Der Radweg bleibt zwar ausgeschildert, aber man muss direkt auf der (Mengener)Straße gehen. Das ist nicht angenehm, war aber zum Glück nur auf einer kurzen Strecke nötig. Und es lohnt sich, denn bald biegt man auf den Alten Bienger Weg ein, ein Wanderweg wie aus dem Bilderbuch. Toll!

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Alter Bienger Weg in Richtung Mengen

biengen-mengen-2Alter Bienger Weg in Richtung Mengen

Mengen ist Teil des Ortes Schallstadt. Der Ort wurden schon 776 im Lorscher Kodex erwähnt. Mengen war aber schon früher besiedelt, sogar die Römer waren mal hier. Ein Gräberfeld aus dem 5.-8. Jahrhundert mit 1050 Bestattungen ist das zweitgrößte seiner Art in Südwestdeutschland. Wer sich dafür interessiert kann Susanne Walters 792-seitige Dissertation von 2008 Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Mengen als PDF kostenlos herunterladen.

Wo sich heute ein Friedhof mit Kapelle befindet stand einmal die Bertholdskirche. Der dazugehörige Dorf Bertholdskirch existiert nicht mehr. Seine Reste wurden in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhundert abgebrochen. Auf dem ehemaligen Siedlungsgebiet steht heute eine Autobahnraststätte, und auf dem Friedhof gibt es eine Gedenktafel.

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Friedhofskapelle Mengen

Von Mengen aus ging es in Richtung Tiengen. Anfangs an Feldern vorbei, später durch den südlichen Mooswald. Tiengen hatte ich bereits im Januar besucht. Von hier aus waren noch gute 10 Kilometer bis in die Freiburger Altstadt zurückzulegen.

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Zwischen Mengen und Tiengen – Blick nach Osten

(540 – sl)