Durch den Schwarzwald nach St. Peter und zurück
von Sven Lennartz am 16. Mai 2010
Für meine bisher längste Tour in der neuen Heimat hatte ich mir einen kalten und regnerischen Tag ausgesucht. Die fünfte Etappe des Kandelhöhenweges (er beginnt in Oberkirch) führte mich vom Freiburger Schloßberg über den Roßkopf, Am Flaunser, Streckereck bis in den romantischen Ort St. Peter – und wieder zurück. Die gesamte Strecke verlief durch den Schwarzwald, der in seinen Höhenlagen den ganzen Vormittag über (und teils darüber hinaus) von Regenwolken bedeckt war.
Das verspricht eine spannende Tour. Freiburg am Morgen in Regenwolken – gesehen vom Kanonenplatz aus.
Innerhalb der Regenwolken wandert man wie im Nebel, die Sicht ist aber noch ausreichend, wenn auch die Aussichten in die Täler flach fallen. Nachteil: durch die extreme Luftfeuchtigkeit beschlagen die Brillengläser sobald man sich anstrengt (und das muss man häufig).
Unterwegs Richtung Roßkopf
Der Kandelhöhenweg ist sehr gut ausgeschildert. Dennoch kann es passieren, dass man eine der roten Rauten an den Bäumen übersieht. Mir ist das einmal passiert – die Konsequenz war eine umfangreiche Strafrunde. Der Weg selbst ist häufig nur ein schmaler, aufgeweichter, matschiger Pfad, den man sich mit (meist freundlichen) Mountainbikern teilen muss.
Schwierige Bodenverhältnisse – immerhin bietet hier der Weg noch Platz…
Waschküche
Der Kandelhöhenweg macht sich schmal
Stromleitungen hängen durch und überspannen ein Tal
Der Weg führte auch durch einen so genannten Bannwald. Das ist sich selbst überlassenes Waldstück, das beobachtet aber nicht bewirtschaftet wird. Es erinnert streckenweise an den Urwald der einmal aus ihm werden soll.
Wo der Wald noch Wald sein darf: der Bannwald. Der Wanderweg wird erkennbar freigehalten
Nach Stunden, und nicht mehr weit von St. Peter entfernt, bot sich erstmals die Gelegenheit einen Blick in eines der Täler zu werfen.
Schwarzwaldidylle im Regen mit Pferden
Nach rund 18 Kilometern plus 5 Kilometer Umweg war St. Peter erreicht. Die dortige Klosteranlage ist fast 1000 Jahre alt. Das Schwarzwalddorf liegt an einem Ausläufer des Kandel und ist bekannt durch den Spielfilm Schwarzwaldmädel, der 1950 hier gedreht wurde.
Blick auf St. Peter mit Pfarrkirche im Zentrum
Der Kandelhöhenweg mag schmal und schmutzig sein (jedenfalls in diesem Mai), er hält aber auch immer wieder Hütten bereit in die man sich vor den Regen flüchten kann.
Die “Familie-Schauenburg-Hütte”
Auf dem Rückweg verzogen sich die Regenwolken in noch größere Höhen und es klarte auf:

Auf dem Streckereck kann man es sich auf einer Glottaler Naturliege bequem machen und liegenderweise ins Tal schauen. Wenn es nur nicht so kalt gewesen wäre…

Und das war zu sehen:


Zwischen den Windrädern und dem Roßkopf finden man den Aussichtspunkt Martinsfelsen von dem am Vormittag im Nebel nichts ahnen gewesen war. Die Erhebung ist 686 Meter hoch, das reicht für einen übersichtlichen Blick in die Landschaft.

Für den Abstieg nach Freiburg habe ich mich für eine Route über Herdern entschieden, um den besonders schlammigen Pfaden am Roßkopf auszuweichen – leider bedeutete das einen nicht unerheblichen Umweg.

Auf dem Weg nach Herdern liegt dieser Schwarzwaldhof
So gab es zum Abschluss, nach 10,5 Stunden Wanderung, noch einen Blick auf den Stadtteil Herdern:

(sl – 630)

Kommentare
Respekt, Herr Lennartz!
Bald hast du mehr erwandert als so manch ein Freiburger Bobbele.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Schwarzwald Tourist, Peter B,-C. erwähnt. Peter B,-C. sagte: Sehr nett geschrieben, v.a. für alle Freiburg-Fans: http://www.freiburg-entdecken.de/durch-den-schwarzwald-nach-st-peter/ [...]
[...] Wanderweg hier ist ein Abschnitt des zweiten Teils des Kandelhöhenweges. Den ersten Teil von Freiburg nach St. Peter war ich im Mai hin- und zurück marschiert. Noch im Gipfelbereich führt der Weg an einem Hochmoor [...]
[...] Peter hatte ich schon einmal im Mai besucht. Die Klosteranlage mit der markanten Kirche ist fast 1000 Jahre alt. Das Schwarzwalddorf liegt an [...]
[...] Dieselbe Strecke nach St. Peter bin ich im Mai 2010 schon einmal abgelaufen. Damals im Mai in Regen und grüner Üppigkeit – und dazu noch hin und zurück. Wer vergleichen möchte… [...]