Auf dem Bettlerpfad nach Müllheim

von Sven Lennartz am 8. August 2010

Von allen Touren bleiben einem die längsten am besten in Erinnerung. Der Bettlerpfad erstreckt sich über rund 28 Kilometer von Merzhausen über Staufen nach Badenweiler. Die Strecke ist äußerst abwechslungsreich und führt über Wald und Wiesen, durch Weinberge und Dörfer, die sich jetzt im August von ihrer buntesten Seiten zeigen. Immer wieder öffnen sich Aussichten in die Täler von Schwarzwald und Markgräflerland.

Es war nicht immer einfach den Wegmarkierungen mit der gelben Raute zu folgen. Gleich mehrmals bin ich vom Pfad abgekommen und habe ihn erst in den Dörfern wiedergefunden – aber das ist kein Problem, zu sehen gibt es ja genug.

Von der Freiburger Altstadt zum Müllheimer Bahnhof habe ich insgesamt rund 40 Kilometer zurückgelegt.

bettlerpfad-auDer Wanderweg bei Au

Der Bettlerpfad beginnt in Merzhausen, einen Dorf südlich von Freiburg. Man betritt ihn indem man sich vom Dorfzentrum aus in Richtung Wittnau hält. Hier trifft man auf die ersten Wegweiser. Der Pfad läuft am Schönberg vorbei durch die Dörfer Au, Wittnau und Sölden, bis nach Bollschweil. Hinter Wittnau bin ich auf dem Gaisbühlweg gelandet – den abzugehen sich auch lohnt.

gaisbuehlwegGaisbühlweg mit Blick in Richtung Hexental

gaisbuehlweg-schoenbergAm Gaisbühlweg mit Blick auf die Ausläufer des Schönbergs

wittnau-bettlerpfad-bankBänke – auch schattige Plätze – findet man öfters am Wanderweg

Mit dem Bettlerpfad war es nun erst einmal vorbei. Es ging durch die wenig spektakulären Außenbereiche Bollschweils hindurch zum Ehrenstettener Ölberg. Hier hat man die Gelegenheit einige steinzeitliche Höhlen, genannt Teufelsküche, anzuschauen. In der Nähe sollen sich auch Reste der ehemaligen Burg Hauenfels befinden.

teufelskueche-ehrenstettenBlick in den Höhlenschlund

Der Weg am Ölberg ist schlecht, um nicht zu sagen gefährlich. Ein dürrer Pfad führt an einem steilen Hang um den halben Berg herum.

oelberg-ehrenstettenDer Blick vom Oelberg ins Tal

Dann aber ändert sich alles. Während man sich Ehrenstetten (ein Teil von Ehrenkirchen) nähert, verwandelt sich die Wildnis in einen alten Weinberg, der unter Naturschutz steht. Von hier aus kann man zum Staufener Schloßberg hinüberschauen. Hier enden dann auch Schönberg und Hexental.

oelberg-blick-nach-staufenBlick in Richtung Staufener Schloßberg

oelberg-ehrenstetten-kapelleÖlberg mit Ölbergkapelle

ehrenstetten-kircheDorfkirche Ehrenstetten

Durch Ehrenstetten hindurch ging es noch 5 Kilometer weiter bis nach Staufen. Dort führte, nach einem kleinen Imbiss, endlich auch der Bettlerpfad weiter. Vom Staufener Marktplatz aus war das kein Problem.

Das nächste Etappenziel war der südlich gelegene Staufener Stadtteil Grunern, rund 2 Kilometer entfernt. Vom Dorfzentrum aus beginnt ein spannender Aufstieg.

bettlerpfad-grunernBlick nach Staufen

Von hier oben hat man eine tolle Sicht in Richtung Staufen – dominiert vom Schloßberg mit der Burgruine – Wackelvideo.  Hier war der Bettlerpfad dann auch stärker frequentiert. Grund: es gibt eine Gastwirtschaft hier oben.

Die nächste Station war der Castellberg mit Castellbergturm und Festungsruine. Die dürftige Ruine keltischen Ursprungs ist den Besuch nicht wert. Der Turm allerdings schon. Wer ihn ersteigt, hat Ausblick auf 35 Ortschaften in der Ebene zwischen Schwarzwald und Vogesen.

castelberg-aussichtsturmAussichtsturm

Der Castellberg ist ein markanter Einzelberg. Später, auf den Weg von Sulzberg nach Muggardt, hatte ich Gelegenheit einige Fotos der freistehenden Erhebung zu machen – auch ein Wackelvideo gibt es.

castellbergDer Castellberg

Nächstes Dorf war Sulzberg. Hier ist die zentrale Kirche ein Landesbergbaumuseum. Sulzberg hat keine 3000 Einwohner, aber ein Stadttor.

sulzberg-statttor
Das Stadttor in Sulzberg

Wieder zurück auf dem Bettlerpfad lief die Route gen Muggardt, und zwar über einen kleinen Berg hinweg (mit der schon erwähnten Aussicht auf den Castellberg) durch waldiges Gelände.

scheune-sulzbergDiese Scheune befindet sich am Stadtrand von Sulzberg

Von so genannten Sedanplatz (eine Rast- und Grillstelle) aus eröffnet sich eine Aussicht in die Rheinebene.

rheinebeneBlick in die Rheinebene

Der Weg führte weiter durch das winzige Dorf Britzingen-Muggardt, das bereits zu Müllheim gezählt wird.

britzingenScheune in Britzingen-Muggardt

Der Bettlerpfad nahm nun einen Verlauf über offene Wiesen und durch etwas Wald.

bettlerpfad

Hier wäre Gelegenheit gewesen der Burg Neuenfels einen Besuch abzustatten. Es soll eine großartige Panoramasicht geben. Aber das hebe ich für mich einen späteren Besuch auf.

In Badenweiler endet der Bettlerpfad. Hier gäbe es neben den Resten Römischen Thermen noch eine weitere Burgruine, die Burg Baden, die über den Ort wacht, zu sehen.

burg-badenDie Burgruine ist in der Mitte des Bildes zu sehen

Bis Müllheim waren noch einige Kilometer zu gehen. Der Bahnhof liegt leider außerhalb, nach 9 Stunden Marsch war das kein Vergnügen mehr… Frankreich und der Rhein sind nahe. Aus dem Zugfenster kann man zwischen Müllheim und Bad Krozingen das betagte Atomkraftwerk Fessenheim sehen. Die Fahrt mit dem Vorortzug nach Freiburg dauerte eine knappe halbe Stunde.

(sl – 555)