Von Furtwangen nach Triberg 4.33/5 (86.67%) 3 votes
Furtwangen, mitten im Schwarzwald gelegen, ist berühmt für seine Fachhochschule und niedrige Arbeitslosenquote, allerdings nur umständlich von Freiburg aus zu erreichen – sofern man auf Bus und Bahn angewiesen ist. Mit der Elzbahnbahn geht es nach Bleibach (30 Min), anschließend via Bus nach Furtwangen (rund 60 Min). Die Fahrt lohnt sich aber, denn sie führt erst durch das Simonswälder Tal und dann kurvenreich in die Höhe. So hat man – ohne sich selbst zu bewegen – schöne Aussichten auf die umgebenden Berge und in die Täler. Tagesziel waren die berühmten Triberger Wasserfälle.

Die berühmten Triberger Wasserfälle, oder zumindest ein Teilabschnitt derselben

Früh am Morgen im Linienbus
In Furtwangen angekommen, habe ich mich sofort in den Wald und damit noch ein bisschen mehr in die Höhe aufgemacht. Furtwangen selbst liegt schon auf über 800 Metern.

Im Wald nahe des Meisterbergs
Dieser Samstag war überaus regnerisch. Ein kräftiger Landregen hielt den Tag über an. Für die Höhenlagen bedeutet das Nebel – und niedrige Temperaturen.

Hütte im nebligen Wald

Tanne: Nahansicht

Frisches grün vor dem schwarzweißen Nebelwald
Nach fast zwei Stunden erreichte ich den Ort Schönwald. Der ist einer der höchsten zusammenhängenden Ortschaften in Deutschland auf über 1000 Meter Höhe. Schönwald ist ein vom Skitourismus geprägtes Gebiet, das im Sommer zum Wandern einlädt. Es gibt eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Der Ort allerdings verströmt Siebzigerjahrecharme und wirkt ein wenig heruntergekommen.

Schönwald im Nebel. Das Becken des Freibads sticht grellblau heraus

Skilifte sind Sommers zu wenig zu gebrauchen
Von Schönwald ging es direkt weiter nach Triberg. Dieser Ort ist seit über 200 Jahren berühmt für seine Wasserfälle. Die grenzen direkt an die Stadt und werden als die höchsten Deutschlands vermarktet. Das sind sie zwar nicht, aber das stört hier niemanden. Es ergießt sich der Fluss Gutach talwärts, und das auf 160 Metern in 7 Stufen.

Romantischer Wasserfall mit Belichtungszeit 1/4 Sekunde
Dem Wetter entsprechend, es regnete seit Tagen viel und reichlich, waren die Wasserfälle eine Attraktion. Trotz Regen und Eintritt (3,50 pro Person) waren zahlreiche Gäste unterwegs. Es gibt drei Rundwege, teils asphaltiert, mehrere Brücken und so weiter. Dazu kommen ein Hochseilgarten, ein Bergsee und ein Naturerlebnispark – alles ganz in Nähe. Die Wasserfälle sind ganzjährig begehbar und werden Abends beleuchtet. Hier meine Impressionen von den Fällen:

Weit oben, in der Nähe des Waldparkplatzes. Bis hier hin muss noch nichts bezahlt werden

Ähnliche Ansicht. Man kann recht nahe an die Fälle heran, sollte dabei aber gut aufpassen

Ein Besucher fotografiert die Aussicht auf die Stadt im Tal

Eine künstlerische Darstellung der Wasserfälle – tatsächlich mit verwackelter Kamera


Die Besucher haben auch im Regen ihren Spaß

Triberger Wasserfälle bei Daueregen






An dieser Stelle war der Wasserfall am lautesten. Das müsste man jetzt mal hören können… kein Problem

Triberger Häuser oben im Bild

Da kommt mächtig was runter: der untere Abschnitt des Wasserfalls mit metallenen Aussichtsplattformen

Ein Gasthaus nahe des Eingangs zu den Wasserfällen. Hier ist man sehr gut auf Touristen eingestellt.
Triberg ist eine Hochburg des Schwarzwaldkitschs. Manche sagen, hier wäre die Kuckucksuhr erfunden worden. Kaufen kann sie hier in vielen Läden. Die größte der Welt gibt es natürlich auch hier, allein der Kuckuck ist 4,5 m lang und 150 kg schwer.

Die alte Dampflok steht vor dem Triberger Bahnhof
Die Dampflokomotive vor dem Triberger Bahnhof ist über 70 Jahre alt, 23 Meter lang und über 100 Tonnen schwer. Aufgestellt wurde sie im Jahr 2011. Video vom Ereignis. 80.000 Euro hat man sich das kosten lassen. Immerhin, das ausrangierte Dampfross macht auch im Regen eine farbenfrohe Figur. Es soll auf die Schönheit der Schwarzwaldbahn aufmerksam machen. Der Streckenverlauf durch 37 Tunnels gilt als einer der schönsten Gebirgsbahnen Europas. Eben dieser Bahn habe ich mich im Anschluss anvertraut. Die Fahrt ging nach Donaueschingen. Und von der mit der hinteren Höllentalbahn nach Neustadt und schließlich mit der vorderen Höllentalbahn zurück nach Freiburg. Da ist man eine Weile beschäftigt.
GPX-Datei der Tour. Die Regentour dauerte vier Stunden.
(255 – sl)